27.07.2006 Staffordshire
27.07.06, Welt
Ab ins Heim
Bissiger Kampfhund springt Polizistin an
Ein Staffordshire Bullterrier hat in Lichtenberg eine Polizeibeamtin angesprungen und ihr dabei die Vorderpfoten und den Maulkorb in den Unterleib gerammt.
Der Vorfall hatte sich am Nachmittag bei der Kontrolle der 36jährigen Hundehalterin an der Vulkanstraße zugetragen. Grund: Kurz zuvor hatte der Kampfhund bereits in der Paul-Zobel-Straße einen 29jährigen aus Lichtenberg in die Hose gebissen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Maulkorb des bissigen Vierbeiners noch lose an der Hundeleine gehangen.
Der Mann blieb unverletzt und wollte die Halterin auf seine zerrissene Hose ansprechen. Als die Frau das Weite suchte, rief er die Polizei. Zwei Beamte stellten sie kurz darauf zur Rede, dabei griff der Bullterrier die 32jährige Oberkommissarin an. Nur weil das Tier inzwischen den Maulkorb trug, blieb sie unverletzt.
Die Halterin hielt ihren Hund erst zurück, nachdem die Polizistin ihre Dienstwaffe gezogen und den Einsatz von Pfefferspray gegen den Kampfhund angedroht hatte. Nur mit äußerster Kraftanstrengung gelang es dem 34jährigen Kollegen der Beamtin schließlich, das aggressive Tier an einem Mast anzuleinen.
Gegen die Halterin wird wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Ihr Hund mußte ins Tierheim.
Die Bilanz von Beißattacken von Hunden auf Passanten gestaltet sich uneinheitlich. Insgesamt nähmen seit dem Jahr 2000 Beißattacken von Hunden ab, erklärte gestern Roswitha Kneiding, Sprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit.
Die von den Bezirken geführte Statistik weist für 2005 insgesamt 909 Fälle aus, bei der Personen von Hunden verletzt oder gefährlich angesprungen worden sind. 2004 waren es 976 Fälle.
Der Anteil der Fälle, die sich auf die zwölf als Kampfhunde und deren Mischlinge eingestuften Rassen bezieht, stieg von 83 Fällen im Jahr 2004 auf 89 im Vorjahr an.
