08.12.2007 - Freizeitangebot Hunde - Kinder
BÜRGERSCHAFT DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG Drucksache 18/6983 18. Wahlperiode 21. 09. 07
Schriftliche Kleine Anfrage
der Abgeordneten Carola Veit (SPD) vom 12.09.2007
und Antwort des Senats
Betr.: Ist das Freizeitangebot für Hamburgs Hunde größer als das für Ham-burgs Kinder?
Eine neue kostenlose Karte der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt für Kinder und Familieninformiert über „lohnende Ziele zum Spielen und Entdecken in Hamburgs Grün, Spielplätze, Badeseen, Wildgehege“ und so weiter. Es handelt sich dabei um ein einfaches Faltblatt, welches in kleinem Maßstab und kleiner Schrift die Hamburger Stadtkarte darstellt und zentrale Familien-Ausflugsziele, wie beispielsweise die Spielplätze in Planten un Blomen oder den – seit Monaten und noch auf Jahre gesperrten – Eichbaum-see darstellt. Diese Broschüre – Auflage: 10.000 Stück – ist zentral bei der BSU in der Wexstrasse erhältlich.
Gleichzeitig erschienen ist eine neue Broschüre der BSU – 20.000 Stück – , die sich an Hamburgs Hundebesitzerinnen und -besitzer wendet. „Mit dem Hund ins Hamburger Grün“ kommt aufwendig daher, als Broschüre im Groß-druck, mit veranschaulichenden Fotos unterschiedlicher Hundetypen in ver-schiedenen Freizeit-Situationen, außerdem Infos und Adressen. Sie enthält informative Bezirks-Detailkarten und eine herausnehmbare Hamburg-Übersichtskarte der Hamburger Hundeauslaufzonen.
Ich frage den Senat:
1. Warum benötigen Hamburgs Hundebesitzer die doppelte Anzahl von Broschüren gegenüber Hamburgs Eltern?
2. Trifft es zu, dass
a) für Kinder und Familien eine einzige stadtweite Karteim Format DIN A2, der kaum die genaue Lage der jeweiligen Freizeitmöglich-keiten zu entnehmen ist, während
b) für Hundebesitzer neben einer ebenfalls stadtweiten Karte in der Broschüre sieben detaillierte Bezirkskarten zur Verfügung gestellt werden?
3. Wenn ja: Warum?
4. Trifft es zu, dass
a) das Kinder- und Familienfaltblatt lediglich 31 sogenannte Stadtteil-spielplätze und 16 „Spielplätze in schöner Umgebung“ verzeichnet,
b) die Hundebroschüre aber 114 sogenannte Hundeauslaufzonen?
5. Wenn ja: Hält der Senat
a) 31 Stadtteilspielplätze und 16 „Spielplätze in schöner Umgebung“ für ausreichend und
b) demgegenüber 114 Hundeauslaufzonen für angemessen?
6. Was zeigt der Vergleich der beiden Veröffentlichungen (ein DIN-A2-Blatt für Kinder, ein DIN-A2- Blatt plus eine 32-seitige Vierfarbbroschüre für Hunde) als auch die Zahl der jeweils angebotenen Flächen aus Sicht der BSU selbst?
7. Ist der Senat der Auffassung, dass alle übrigen Hamburger Spielplätze sich nicht in „schöner Umgebung“ befinden? Was tut der Senat, um die-sen Zustand zu ändern?
Die beiden Veröffentlichungen verfolgen unterschiedliche Zielsetzungen:
Die Broschüre „Mit dem Hund ins Hamburger Grün“ ergänzt das Gesetz zur Neurege- lung über das Halten und Führen von Hunden um praktische Tipps. Dazu gehören die Darstellung der ausgewiesenen Hundeauslaufzonen und Informationen zu Rechten und Pflichten der Hundebesitzer im öffentlichen Grün.
Die Faltkarte „Hamburger Grün für Kinder und Familien“ beinhaltet insgesamt über 100 Ausflugstipps mit Angabe von Adresse und ÖPNV-Anschluss, darunter auch Angebote zur Freizeitgestaltung mit Kindern im öffentlichen Grün, das für Kinder und Familien auch außerhalb der genannten Spielplätze attraktive Aufenthaltsmöglichkei-ten bietet. Es wurde bewusst nur eine Auswahl aus den vorhandenen insgesamt über 740 öffentlichen Spielplätzen in Hamburg dargestellt.
Die Faltkarte „Hamburger Grün für Kinder und Familien“ ist aktualisiert und ergänzend zur Broschüre „Hamburger Grün zwischen Tradition und Trends“, die bereits in einer zweiten Auflage (jeweils 10.000 Exemplare) erschienen ist, herausgegeben worden. Die Broschüre sowie die Faltkarte gehören zu einer Reihe von weiteren Veröffentli- chungen und Faltkarten über das Hamburger Grün, in denen regelmäßig auf Spiel- und Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Familien hingewiesen wird.
8. Welche Einschätzung hat der Familien-TÜV zu diesem Vorgang? Sofern die Senats-Antwort lautet, der Familien-TÜV habe sich nicht damit beschäftigt: warum nicht?
Der Familien-TÜV wurde nicht beteiligt. Es handelt sich nicht um familienpolitische Entscheidungen, sondern um Publikationen, in denen ausschließlich der Ist-Zustand dokumentiert wird.
http://www.buergerschaft-hh.de/parldok/
