23.12.2006 - Poggendorf macht zur Durchsetzung seiner Forderungen Zwinger wieder dicht!
23.12.2006, MOPO
Tierheim will der Polizei keine Tiere abnehmen
SIMONE PAULS
Muss die Polizei die herrenlosen Tiere, die sie findet, bald auf ihren Wachen unterbringen?
Weil es mit der Stadt keinen Vertrag über die Zusammenarbeit im künftigen Jahr gibt, will das Tierheim Süderstraße ab 31. Januar keine Tiere mehr aufnehmen, die von Stadtmitarbeitern gebracht werden.
Etwa 8000 Hunde, Katzen und Vögel greifen staatliche Stellen pro Jahr in Hamburg auf.
Zum Beispiel, wenn alte Menschen sterben oder Gauner ins Gefängnis müssen.
Die Polizei bringt die herrenlosen Tiere dann in die Süderstraße.
Dafür bekommt die Einrichtung pro Jahr 1,6 Millionen Euro. Der Vertrag läuft am 31. Dezember aus, einen neuen gibt es noch nicht. Was danach kommt, ist ungeklärt.
Tierheim-Chef Wolfgang Poggendorf ist sauer. "Die Stadt muss sich ihrer Verantwortung bewusst werden", schimpft er.
Er fordert für die Unterbringung zwei Millionen Euro. Im Januar gibt es neue Verhandlungen.
Gibt es keine Einigung, bleibt das Heim für die Stadt eben zu, droht er. Die Polizei müsste gefundene Tiere dann woanders unterbringen.
In der Gesundheitsbehörde ist man gelassen. Sprecherin Katja Havemeister: "Klappern gehört zum Handwerk. Wir sind sicher, dass wir bis Ende Januar einen Vertrag haben, mit dem alle zufrieden sind."
