19.09.2007 - Finanzamt prüft HTV-Gemeinnützigkeit
19.09.2007, Abendblatt
Finanzamt überprüft HTV
Neuer Ärger für Poggendorf?
Von Ulrich Gaßdorf
Dem Hamburger Tierschutzverein (HTV) droht neuer Ärger: Das Finanzamt Hamburg-Nord hat nach Abendblatt-Informationen am Montag beim HTV mit einer Betriebsprüfung begonnen.
"Eine Betriebsprüfung gemeinnütziger Vereine erfolgt insbesondere dann, wenn die genaue Überprüfung der Besteuerungsgrundlagen nur vor Ort möglich ist und dadurch bedeutsame Informationen für die Besteuerung des Vereins erwartet werden", sagte Finanzbehörden-Sprecher Sebastian Panknin dem Abendblatt.
Bei einer solchen Betriebsprüfung wird laut Panknin auch der Entzug der Gemeinnützigkeit geprüft.
Eine offizielle Bestätigung für eine Betriebsprüfung beim HTV wollte die Finanzbehörde mit Verweis auf das Steuergeheimnis nicht geben.
Die Aberkennung der Gemeinnützigkeit hätte für den HTV weitreichende Folgen.
"Das wäre für den Verein eine finanzielle Katastrophe", sagt Gerhard Stiehler, Vorstandsmitglied des Bundes der Steuerzahler Hamburg.
Und Stiehler betont weiter: "Der HTV muss bisher als gemeinnütziger Verein keine Steuern zahlen.
Das gilt auch, wenn der Verein Erbschaften macht. Außerdem können die Spender ihre Zuwendungen an den Verein von ihrem zu versteuernden Einkommen abziehen", so Stiehler.
Alle diese Vorteile wären mit einer Aberkennung der Gemeinnützigkeit vorbei.
Rechtsanwalt und Ex-HTV-Schatzmeister Friedrich Engelke sagt: "Die Betriebsprüfung beim HTV ist sehr wichtig. Das Finanzamt sollte vor allem untersuchen, inwiefern der HTV in den vergangenen Jahren zur Förderung des finanziellen Wohlgenusses einzelner Vorstandsmitglieder genutzt wurde."
Wolfgang Poggendorf und seine Anwälte wollten auf Abendblatt-Anfrage keine Stellungnahme abgeben.
