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14.01.2008 - Tränen, Wut und knallharte Vorwürfe

14.01.2008, MOPO
Tränen, Wut und knallharte Vorwürfe

SIMONE PAULS

Das vergangene Jahr ist für den Hamburger Tierschutzverein (HTV) turbulent zu Ende gegangen, und genauso turbulent hat das neue Jahr auch wieder begonnen: Nach nur drei Wochen Amtszeit ist der neue Vorstand am Sonnabend zurückgetreten (MOPO am Sonntag berichtete). Es war ein dramatischer Nachmittag voller Emotionen.

Viele der etwa 7000 Mitglieder haben von den Vorgängen an der Süderstraße die Nase voll. Am Sonnabend machten 700 Tierfreunde ihrem Ärger bei einer HTV-Mitgliederversammlung Luft.

Es gab Tumulte und Gebrülle, zwei Mitglieder des Vorstands nahm die aufgeheizte Stimmung im Saal so mit, dass sie Tränen in den Augen hatten.

Mitglieder warfen der Vereinsführung vor, die Grundstücksgeschäfte von Ex-Chef Poggendorf nicht ausreichend kontrolliert zu haben. "Ihnen ist zu viel entgangen. Sie hätten besser aufpassen müssen, deshalb sind sie für einen Neuanfang nicht geeignet", schleuderte ein Mitglied dem Vorstand entgegen. Um 17.45 Uhr erklärte Vorstandschefin Karin Klinkradt den Rücktritt des gesamten Vorstands - und kam so einer drohenden Abwahl zuvor. Nun wird ein noch zu bestimmender Notvorstand eingesetzt (s. o.).

Einem dürften die aktuellen Ereignisse im HTV bekannt vorkommen - Bürgermeister Ole von Beust. Vor rund 20 Jahren wurde er mit einem zweiten Rechtsanwalt für mehrere Monate Notvorstand. Von Beust zur MOPO: "Die Arbeit war sehr interessant. Ich habe damals hochmotivierte Mitarbeiter erlebt, auf der anderen Seite aber auch Querelen und Intrigen."