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20.09.2007 - HTV kassierte mit Stienen-Vertrag 80.000 €

20.09.2007, Abendblatt
Kampfhunde-Vermittlung
HTV kassierte 80 000 Euro von Behörde

Die Hamburger Gesundheitsbehörde hat seit 2001 rund 80 000 Euro an den Hamburger Tierschutzverein (HTV) für die Vermittlung von 194 Kampfhunden gezahlt.

Das bestätigt Behördensprecher Hartmut Stienen dem Abendblatt.

Für den Bund der Steuerzahler Hamburg ist das eine "Verschwendung von Steuergeld. Solch eine hohe Vermittlungsprämie ist völlig unangebracht", sagte Sprecher Marcel Schweitzer.

Außerdem ist unklar, wohin diese laut Hundegesetz als "gefährlich" geltenden Hunde überhaupt vermittelt wurden.

In Hamburg sind diese Tiere, zu denen Rassen wie American Staffordshire-Terrier und Pitbull- Terrier zählen, nahezu unvermittelbar:

"Die meisten der Tiere wurden nach unseren Erkenntnissen in andere Bundesländer vermittelt, aber wir wissen nicht, in welche Einrichtungen", sagt Stienen.

Nach Abendblatt-Informationen wurden die Hunde auch an einen Tierschutzverein in Brandenburg abgegeben, obwohl dort laut Innenminsterium Rassen wie American Staffordshire- Terrier oder Pitbull-Terrier nicht vermittelt werden dürfen.

Für den GAL-Tierschutzexperten Christian Maaß steht fest: "Es muss nachvollzogen werden können, wo diese Hunde gelandet sind, allein um Missbrauch auszuschließen."

In 2001 und 2002 erhielt der HTV für die Vermittlung pro Kampfhund noch 306 Euro pauschal von der Behörde, seit 2003 dann 460 Euro pauschal.

Seit Anfang dieses Jahres erhält der HTV bis zu 700 Euro, allerdings nur noch gegen einen entsprechenden Nachweis der tatsächlichen Kosten für die Vermittlung.

Bevor die Tiere vermittelt werden dürfen, müssen sie einen Wesenstest bestehen, die Kosten dafür (rund 250 Euro) übernimmt ebenfalls die Behörde.

Behördensprecher Stienen betont: "Wir bezahlen für jedes dieser Tiere pro Tag 15 Euro an den HTV.

Da ist eine einmalige Vermittlungsprämie meist günstiger, denn ansonsten würden die Hunde jahrelang im Tierheim bleiben. Das kann dann schon mal mehr als 10 000 Euro kosten."

Der HTV, gegen dessen Vorsitzenden Wolfgang Poggendorf die Staatsanwaltschaft in mehreren Fällen wegen des Verdachts der Untreue ermittelt, gab gestern auf Abendblatt-Anfrage keine Stellungnahme ab. ug