BILD Dir Deine Meinung oder die Furcht der Politiker vor der Springer-Presse
Im "leinenlos-Projekt" und der Hundegesetzgebung 2006 konnte aus systemischer Sicht nachgewiesen werden, dass die Macht und der Einfluss der Hamburger Springer-Presse auf ihre Leser sehr gering ist.
Lediglich die „Pöbler“ dieser Stadt entfachen permanenten sozialen Kleinkrieg, sowohl ausgehend von der „Bürger mit Hund“- als auch von der „Bürger ohne Hund“- und der „Bürger ohne Hund – mit Kind“-Seite.
Aber, gemessen an der Anzahl Hundebegegnungen zwischen Menschen und Hunden, die in Hamburg pro Jahr bei rund 65.000.000 Millionen liegen dürften, auch eine zu vernachlässigende Anzahl an verbalen und handfesten Auseinandersetzungen.
Die Hunde liefen und laufen weiter ohne Leine, kaum einer nutzt die sogenannten Freilaufgehege für „Menschen mit Hund“, auch bekannt unter dem Namen „Hundeauslaufflächen“.
Kaum eine der Springer-Kampagnen, hatte irgendeinen ernstzunehmenden Einfluss auf ihre Leser. Unten sei als weiteres Beispiel das Anmeldeverhalten der „Menschen mit Hund“ für den Eintrag ins Hamburger Hunderegister (siehe nachfolgenden Presseauszug 1) aufgeführt.
Völlig anders sieht es dagegen mit der Macht und dem Einfluss der Springer-Presse auf Hamburger Politiker und Behörden-Mitarbeiter aus (siehe nachfolgenden Presseauszug 2).
Die Politiker und Behördenmitarbeiter leben in dem Irrglauben, dass die Springer-Presse auf die über 12 Millionen Leser einen meinungsbildenden Einfluss (BILD Dir eine Meinung) ausübt.
Bei der Hundegesetzgebung kann nachgewiesen werden, dass dieser Einfluss auf die Hamburger Hundebesitzer und die Bürger ohne Hund, die nicht zu den Freunden „Hundearme Stadt“ gehören, einen Einfluss nahe bei 0 haben.
Weil die Politiker das glauben, weil sie meinen, dass ihre Wählerschaft von diesen Medien beeinflusst werden, hämmern sie so einen Gesetzesblödsinn, getrieben durch die Springer-Presse, zusammen, der diese Stadt Millionen an Steuergeldern und vergeudeter Arbeitszeit in den Ämtern kostet.
Weil Politiker an die Macht der Springer-Presse glauben, setzen sie die Behörden-Mitarbeiter unter Druck, so einen Gesetzesblödsinn zusammenzuflicken. Weil die Behörden-Mitarbeiter die Springer-Presse fürchten, arbeiten sie emsig an dem Schwachsinn mit, den die Freunde „Hundearme Stadt“ sich ausgedacht haben.
Ich kann aus systemischer Sicht nur bestätigen, was unser möglicher neuer Bürgermeister Michael Naumann von der SPD in einem SPIEGEL Interview vom 12.3.2007 vermutet:
Hier ein Auszug:
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SPIEGEL: Es ist nicht lange her, da haben Sie der „BILD“-Zeitung „moralischen Analphabetismus“ und „abgründige journalistische Gemeinheit“ vorgeworfen. Seither ist das Verhältnis gespannt. Kann man einen Wahlkampf gegen die „BILD“-Zeitung gewinnen?
NAUMANN: Ich habe mir erlaubt, das als Journalist festzustellen. Und dafür gibt es viele Belege. Die Rechtskosten im Budget der „BILD“-Zeitung sind sicherlich höher als der gesamte Etat einer normalen Tageszeitung.
SPIEGEL: Sie haben nichts zurückzunehmen?
NAUMANN: Nein. Ich kämpfe aber nicht gegen die „BILD“-Zeitung oder gar Springer. Ich finde nur nicht, dass in der „BILD“-Zeitung die Frauen mit dem angemessenen Respekt behandelt werden. Dieses Milieu der schlüpfrigen Bauwagen-Texte spricht Instinkte an, die mit meiner Vorstellung von Anstand nichts zu tun haben.
In glaube im übrigen auch nicht, dass die „BILD“-Zeitung diesen Einfluss hat, wie ihn sich Spitzenpolitiker immer vorstellen.
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Mann, bin ich froh! Der 1. Spitzenpolitiker, der öffentlich sagt, dass er die BILD nicht fürchtet!
Als „Bürger mit Hund“ werde ich allerdings mit Sicherheit dieses Mal keine der heute in der Bürgerschaft vertretenen Parteien wählen, auch wenn er die Frauenfeindlichkeit der BILD anprangert.
Die einzigen, die der Aufforderung der BILD-Zeitung „BILD dir deine Meinung“ folgen sind offensichtlich unsere Bürgerschafts-Mitglieder und Behörden-Mitarbeiter und sonst kaum einer!
Hoffentlich verstehen das unsere Politiker und Behördenmitarbeiter und ziehen daraus ihre Konsequenzen.
Übrigens, zum Thema Frauenfeindlichkeit der BILD, die Herr Naumann angesprochen hat, die meisten „Menschen mit Hund“ sind Frauen.
Macht und Einfluss der Springer-Presse auf ihre Leser
1. Presseauszug:
Das Anmeldeverhalten der „Bürger mit Hund“
28.12.2006, WELT
Gesetz - Hundehalter nehmen auch Strafen in Kauf
Von den rund 39.000 Hunden, die es derzeit in der Stadt gebe, seien bis Mitte Dezember gerade einmal gut 16.000 angemeldet worden, sagte Hartmut Stienen, Sprecher der Gesundheitsbehörde.
29.12.2006, MOPO
Behörde plant Bußgeldkatalog
Doch bisher haben erst 16048 Halter ihre Hunde registrieren lassen.
Dabei gibt es allein 38669 Hamburger, die Hundesteuer zahlen, ganz zu schweigen von der Dunkelziffer nicht gemeldeter Hunde.
16.01.2007, Abendblatt
Bußgeldkatalog - jetzt wird's ernst
Übrigens haben dort erst rund 26 500 Halter ihre Tiere angemeldet, obwohl in Hamburg laut Finanzbehörde für 38 669 Hunde Steuern gezahlt werden.
03.01.2007, BILD
18.289 Tiere noch immer nicht angemeldet
09.01.2007, BILD
14.000 Hunde sind nicht registriert – Jetzt aber dalli dalli!
15.02.2007, BILD
Vorbildlich! Fast alle Hunde angemeldet!
Hamburg kommt langsam auf den Hund. Bis zum 12.02.2007 sind immerhin 30.309 Hunde angemeldet. Was aber nicht heißt, dass man die restlichenrund 9.000 nicht registrierten Hundebesitzer so einfach davon kommen lassen will.
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Aus systemischer Sicht ist kein Zusammenhang zwischen den Springer-Kampagnen und dem Anmeldeverhalten festzustellen.
Auch ein Zusammenhang zwischen Bußgeldkatalog und Anmeldeverhalten ist nicht festzustellen. Ein sprunghafter Anstieg der Anmeldungen war nicht zu verzeichnen.
Also, lieber Staatsrat Wersich, ein Katalog an Büßermaßnahmen hat im neuen Deutschland seine Peitschenwirkung als Erziehungsmethode für mündige und erwachsene Bürger ganz offensichtlich versagt.
2. Presseauszug:
Die „Bericht“-Erstattung der Springer-Presse und das in den Artikeln beschriebene Verhalten Hamburger Politiker und Behörden-Mitarbeiter
03.01.2007, Abendblatt
Hundegesetz führt zum Bußgeld-Wirrwarr
Ärger Behörde hat keinen einheitlichen Strafenkatalog vorgelegt - Bezirke entscheiden selbst
Wer seinen Hund nicht anleint, zahlt in Eimsbüttel 50 Euro, in Mitte die Hälfte - und in Altona vielleicht gar nichts.
SPD spricht von "Chaos".
Gesundheitsstaatsrat Dietrich Wersich (CDU) versicherte gestern dem Abendblatt: "Der Bußgeldkatalog wird im Laufe des Januars vorliegen."
04.01.2007, Abendblatt
Staatsrat Wersich betonte weiter: "Wir wollen die Bürger mit dem Bußgeldkatalog nicht abzocken. Dieses soll die Hundehalter vielmehr zu einem gesetzeskonformen Verhalten erziehen.
04.01.2007, BILD
Chaos um die Hundepolizei
Verstöße gegen das Hundegesetz: In Bergedorf passiert nichts, in Harburg wird sofort kassiert und in Altona wird erst mal ein Auge zugedrückt.
04.01.2007, Abendblatt
Bezirke wollen nur ermahnen
Hundegesetz Kein Bussgeld in Bergedorf, Nord und Wandsbek
Das Wirrwarr um die Bußgelder im Rahmen des neuen Hamburger Hundegesetzes geht munter weiter:
05.01.2007, Abendblatt
Hundegesetz Übergangsfrist ist abgelaufen - jetzt wird es ernst - Leinenzwang - und was noch?
Bei Verstößen gegen das neue Gesetz droht den Bürgern ein Bußgeld. Dabei sind nicht einmal die Behörden über jedes Detail informiert.
05.01.2007, BILD
Ärger ums Hundegesetz
Hier eilen die Experten zur Krisensitzung – aber einig sind sie sich immer noch nicht
Eilig hetzen sie durch das Hamburger Schmuddelwetter Richtung Bezirksamt Mitte. Es sind die Baudezernenten der sieben Hamburger Bezirke.
05.01.2007, BILD.t-online
Warum lässt die Justiz so einen laufen?
Er hat einen illegalen Kampfhund • Er ließ ihn ohne Leine laufen • Er spuckte einem Hundepolizisten ins Gesicht
Nichts gelernt aus dem Fall Volkan? Frei laufende Kampfhunde bissen den kleinen Jungen († 6) auf einem Schulhof in Hamburg tot.
Der schreckliche Todesbiss aus dem Sommer 2000 schockierte ganz Deutschland, sorgte bundesweit für neue Verordnungen und Gesetze.
Doch ausgerechnet in Hamburg ließ eine Richterin jetzt einen gefährlichen Kampfhundehalter einfach laufen.
06.01.2007, Abendblatt
Hundegesetz: Bezirke einigen sich auf Bußgeldregelung
Die Einigung der Bezirksämter ist offensichtlich die Reaktion auf den immer noch fehlenden einheitlichen Bußgeldkatalog der Gesundheitsbehörde. In den vergangenen Tagen war ein regelrechter Bußgeld-Wirrwarr entstanden, weil die Bezirksämter zunächst unterschiedliche Bußgeldhöhen vorgesehen hatten.
Unterdessen hat SPD-Innenexperte Andreas Dressel (30) die Gesundheitsbehörde scharf kritisiert: "Die Gesundheitsbehörde war auf die Umsetzung des neuen Hundegesetzes offensichtlich nicht vorbereitet, wie das Bußgeldchaos zeigte. Dies ist deshalb so unverständlich, weil die Bürgerschaft dem Senat fast ein Jahr Zeit gegeben hatte, sich auf die neue Rechtslage einzustellen."
09.01.2007, Abendblatt
Das Hundegesetz, das von vielen Haltern allerdings begrüßt wird, da es auch Sicherheit für den eigenen Hund bietet, habe mehr Chaos als Ordnung angerichtet.
Für SPD-Hundexperte Andreas Dressel verstärkt das Bußgeldwirrwarr den Eindruck, dass die Fachbehörde "stümperhaft" vorgegangen sei.
"Gerade bei einem so komplizierten Gesetz ist es wichtig, von Anfang an Transparenz für die Hundehalter zu schaffen." Das Gegenteil sei nun der Fall. Neben der allgemeinen Verunsicherung sei auch die Mehrarbeit der Bezirksämter zu beklagen, auf die nun eine Beschwerdewelle zukommen wird.
10.01.2007, BILD
Exklusiv – Der neue Bußgeldkatalog – Durchbruch beim Hundegesetz
11.01.2007, Abendblatt
Hundegesetz - Bußgeldkatalog beschlossen
Nachdem das neue Hundegesetz seit Beginn des Jahres für Verunsicherung bei Hamburger Hundehaltern gesorgt hatte, liegt nun ein einheitlicher Bußgeldkatalog vor.
Zuvor hatten sich die Bezirke zunächst auf eine provisorische Vorgehensweise geeinigt, nachdem Verstöße in den einzelnen Bezirken unterschiedlich geahndet worden waren. Dadurch war es teilweise zu chaotischen Zuständen gekommen.
Ab 15. Januar soll nun Schluss damit sein, ab dann sollen nämlich einheitliche Strafen gelten. Mit den Bußgeldern - die zum Teil bis zu 2500 Euro betragen können - will die Behörde vor allem jene Hundehalter zur Kasse bitten, die sich trotz Verwarnung nicht an die neuen Vorschriften halten.
16.01.2007, BILD
Neuer Bußgeld-Katalog für Hamburgs Bezirke
Die Finanzbehörde hat gestern einen neuen Bußgeld-Katalog für die Bezirke herausgegeben.
16.01.2007, WELT
Hamburg - Endlich ist er raus - der neue Bußgeldkatalog für die Hansestadt.
16.01.2007, Abendblatt
Bußgeldkatalog - jetzt wird's ernst
29.01.2007, BILD
Die erste Bilanz der Hundepolizei: 129 Anzeigen in 10 Tagen
Altona schrieb 84 Anzeigen. Seit der Einführung des Bußgeldkatalogs ist die Anzahl der Anmeldungen (Anmerkung: Hunderegister) deutlich angestiegen (Anmerkung: sagt ein Behördensprecher).
14.02.2007, BILD
Hundepolizei (BOD) braucht mehr Leute
Der BOD (bekannt auch als Hundepolizei), braucht mehr Mitarbeiter, Derzeit sind 80 in den sieben Bezirken im Einsatz.
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Und hier noch eine Beobachtung von Doggy-X, wie es mit uns weitergeht:
24.02.2007, Hundeinitiative Doggy-X
Einzelmeldung
Altona streicht Freilaufflächen
Im Bezirk Altona findet weitgehend von der Öffentlichkeit unbemerkt und dem Sinn des Hundegesetzes widersprechend eine schleichende Konversion von Freilaufflächen in Freilaufzonen statt. Während Freilaufflächen allen Hunden (außer Kategoriehunden der Klassen I,II und III) offen stehen, dürfen in Freilaufzonen nur Hunde mit bestandener Gehorsamsprüfung ohne Leine laufen.
Insgesamt sind allein in Altona momentan davon 13 Flächen betroffen:
Im Hamburger Hundegesetz und der vor kurzem herausgegebenen Globalrichtlinie zur Flächenausweisung ist eindeutig die Ausweisung von Freilaufflächen für ALLE Hunde und zusätzlich als Anreiz die Ausweisung zusätzlicher Wege und Flächen für geprüfte Hunde festgeschrieben.
Viele Bezirke tun sich mit der Umsetzung der Globalrichtlinie sichtlich schwer, das Vorgehen von Altona hingegen ist absolut kontraproduktiv und lässt nur den Schluß zu, dass der Bezirk nicht an der Kooperation und der Mitwirkung der Hundehalter und Hundehalterinnen interessiert ist.
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Gerade erreicht mich noch eine e-mail von Ute:
Hallo Claus,
nicht nur Altona hat da "gemauschelt".
Der Bezirk Nord war noch unverfrorener und hat aus der größten Freilauffläche in der City Nord auf der Liste der angebotenen Freilaufflächen mal eben 6 Stück gemacht.
LG
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Wie bereits gesagt. Der Einfluss der Springer-Kampagnen auf die betroffenen und nicht betroffenen Bürger, sprich den Lesern, ist offensichtlich gering, dafür aber auf die Politiker und Behördenmitarbeiter umso größer.
Die Springer-Presse hat aus systemischer Sicht nur Macht, weil Politiker und Behörden-Mitarbeiter glauben, dass diese Zeitungen Macht und Einfluss auf ihre Leser haben.
Macht hat nur der, dem sie gegeben wird. Die Politiker und Behörden-Mitarbeiter geben also dem Springer-Verlag Macht, weil sie auf die Zeitungsartikel reagieren.
Ich persönlich fände es wünschenswert, wenn Politiker und Behörden-Mitarbeiter lernen würden ohne Leine zu laufen, statt andere, die ohne Leine laufen können wieder an die Leine zu zwingen.
Wir sind Deutschland und wir haben mühsam in den letzten Jahrzehnten das Laufen ohne Leine gelernt.
Aber offensichtlich gilt das noch nicht für alle Deutschen. Aber wer seid ihr, ihr die noch nicht ohne Leine laufen könnt?
Sehr geehrte Damen und Herren Politiker und Behörden-Mitarbeiter, stellen sie sich doch einmal mit geschlossenen Augen vor, wie es wäre, wenn sie endlich ihre Arbeit tun könnten, ohne jeden morgen mit furchtverzerrtem Gesicht die Springer-Presse aufschlagen zu müssen. Na, Sie werden es genießen, das verspreche ich Ihnen.
Nur ein Leben ohne Furcht ist wirkliches Leben!
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16.01.2007, Abendblatt
Auffällig: Viele Hunde laufen auch außerhalb der Hundefreilauffläche ohne Leine, und dafür drohen Bußgeldforderungen von 30 bis 300 Euro. Doch sobald die BOD-Mitarbeiter auftauchen, werden die Vierbeiner blitzschnell angeleint, und die Ausreden sind vielfältig:
"Die beiden Hunde haben sich gerade begrüßt, und da habe ich meinen nur kurz losgemacht", sagte eine junge Hundehalterin.
Eine andere sagt: "Ich dachte, mit Hundeführerschein darf mein Tier hier auch auf den Wegen frei laufen."
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Das Hamburger Hundegesetz 2006 : Was für ein kostspieliger Spaß für uns alle!
