27.09.2008 - AUB - Siemens finanzierte Gewerkschaft
27.08.2008, Manager Magazin
AUB-AFFÄRE
Auch Bernhard Walter in Bedrängnis
Die Millionenzahlungen des Siemens-Konzerns an die arbeitgeberfreundliche Betriebsräteorganisation AUB bringen einen weiteren Topmanager in die Bredouille.
Ex-Dresdner-Bank-Vorstandssprecher Bernhard Walter, der im Aufsichtsrat namhafter Dax-Unternehmen sitzt, war frühzeitig über die Geldströme informiert.
Hamburg - Wie Bernhard Walter auf Anfrage des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL bestätigte, war er bereits im Jahr 2001 über "auffällige Zahlungen" an den ehemaligen AUB-Chef Wilhelm Schelsky informiert.
Trotzdem unterließ er es offenbar, die dubiosen Vorgänge bei den Behörden anzuzeigen. Um den verdeckten Geldtransfer an Schelsky zu vertuschen, hatte Siemens die Mittel nicht direkt an ihn überwiesen, sondern bis 1995 über die maßgeblich von der Dresdner Bank beeinflusste Firma Sicon laufen lassen, bei der Siemens Chart zeigen Großkunde war.
Im Jahr 2001 – Walter amtierte damals als Verwaltungsratsvorsitzender der Sicon-Mutter KG Allgemeine Leasing – fanden interne Prüfer heraus, dass Schelsky der Sicon für ihr Geld gar keine Leistung erbracht hatte, die Scheinrechnungen somit steuerlich nicht abzugsfähig waren. Deshalb musste die Sicon sogar hohe Summen nachversteuern.
Wie aus einem Vermerk Walters vom 21. Dezember 2001 hervorgeht, besprach er an jenem Tag das Problem auch mit dem damaligen Siemens-Aufsichtsratschef Karl-Hermann Baumann. Nach dem Telefonat notierte Walter, Baumann habe ihm "bestätigt, dass der Vorgang so in Ordnung und korrekt abgewickelt sei. Wir können die Akten schließen".
Walter, der im Aufsichtsrat von Daimler Chart zeigen, der Deutschen Telekom Chart zeigen, Henkel Chart zeigen und als Kontrollchef bei Bilfinger Berger Chart zeigen sitzt, betont, für ihn seien 2001 "keinerlei Zusammenhänge mit der eventuellen Finanzierung einer Gewerkschaft AUB zu erkennen" gewesen. Baumann schweigt.
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