10.03.2008 - Tierheim Buchholz fehlen immer mehr Spendengelder
10.03.2008, Abendblatt
Buchholz Nach den Querelen im Verein bleiben Spenden aus
Tierheim - jetzt droht die Pleite
Der neue Vorsitzende Norbert Punde sucht dringend Sponsoren. 30 000 Euro werden für dieses Jahr gebraucht.
Von Birgit Tiefenbach
Buchholz - Wenn Norbert Punde (60) einen Wunsch frei hätte, dann wäre das 30 000 Euro auf einen Schlag. "Das würde erst einmal helfen." Nicht das Punde das Geld für sich ausgeben würde, er braucht die Summe für das Tierheim Buchholz.
Fließt in den kommenden Wochen kein Geld in die Kassen, ist das Tierheim pleite. Norbert Punde ist der 1. Vorsitzende des Tierschutzverein Buchholz. Seit einiger Zeit schon kämpft der Verein mit einem rückläufigen Spendenaufkommen. Ohne Spenden ist der laufende Tierheimbetrieb aber nicht möglich. Der Zuschuss, den die Stadt leistet und die Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen reichen nicht, um die Kosten zu decken.
"Sollte die Stadt Buchholz ihre finanzielle Unterstützung in den nächsten Monaten nicht erhöhen, müssen wir ein Insolvenzverfahren einleiten", blickt der Vorsitzende des Tierschutzvereins düster in die Zukunft. Selbst die herbei gewünschten 30 000 Euro wären nur ein Tropfen auf den heißen Stein. "Die Zukunft wäre damit nicht gesichert", sagt Norbert Punde. Aber in diesem Jahr würde das Tierheim noch über die Runden kommen.
Das Tierheim Buchholz nimmt auch Fundtiere aus den Gemeinden Hollenstedt, Tostedt, Jesteburg und Rosengarten auf. Damit werden rund 45 Prozent des Landkreis Harburg abgedeckt. Jahrelange interne Querelen haben dem Buchholzer Tierheim sehr geschadet. Man stritt sich über die Führungsqualitäten der 1. Vorsitzenden Marianne Frölich. Es gab Vorwürfe, dass teilweise zu großzügig mit dem Geld umgegangen worden sei. Das alles ist längst Schnee von gestern. Im Juni vergangenen Jahres wechselte die komplette Vorstandsriege, und Norbert Punde übernahm das Amt des 1. Vorsitzenden, Heidi Landschulze das Amt der Schatzmeisterin. Mit Doris Metternich kam eine neue Tierheimleiterin.
Der Verein blickte nach vorne, trotz der engen Finanzsituation. Doch der Imageschaden durch die negativen Schlagzeilen, die der Tierschutzverein machte, hatten sich in den Köpfen der Menschen festgesetzt. Viele Bürger, die Punde auf Spenden für das Tierheim ansprach, reagierten abweisend. Der ganze Ärger und die Streitigkeiten der jüngsten Vergangenheit, lauteten vielfach die Argumente, wenn Bürger es ablehnten zu spenden. Hinzu kam der Skandal um den Hamburger Tierschutzvereinsvorsitzenden Wolfgang Poggendorf. Prompt ging danach die Spendenbereitschaft auch in Buchholz und Umgebung zurück. Punde suchte händeringend Sponsoren. Gefunden hat er noch keinen.
Zahlreiche Katzen, Kleintiere und zwölf Hunde haben im Buchholzer Tierheim momentan ein Zuhause gefunden. Hier werden sie tierärztlich versorgt, bekommen viele Streicheleinheiten und ausreichend Futter. "Das sind doch auch Geschöpfe", sorgt sich Punde um die Zukunft seiner Schützlinge. Noch habe die Stadt Buchholz keine Zugeständnisse gemacht, um den Tierschutzverein in diesem Jahr finanzielle Si-cherheit zu geben. Norbert Punde hofft sehr, dass es klappt. Am Freitag, 14. März um 19 Uhr lädt der Tierschutzverein zu einer Infoveranstaltung in die Gaststätte "Zur Mühle" in Buchholz ein.
