13.04.2008 - Schalke: ZERMÜRBTER SLOMKA
13.04.2008, manager-magazin
ZERMÜRBTER SLOMKA
"Keine Lust mehr, mich zu verteidigen"
Nach dem 1:5-Debakel in Bremen steht Schalke-Coach Mirko Slomka noch stärker unter Druck. Der Vorstand mauert und schürt somit Diskussionen über den Trainer. Slomka selbst wirkt ratlos. Er hat genug von den ganzen Spekulationen um seinen Job.
Frage: Herr Slomka, wie sehr trifft Sie die Niederlage in Bremen - besonders angesichts der Höhe?
Slomka: Das ist eine derbe Schlappe für uns. Werder hat uns eine Lektion in Sachen Effektivität erteilt. In meiner Zeit als Schalke-Trainer haben wir noch nie mehr als zwei Gegentore gekriegt. Spätestens nach dem 1:4 hat man gespürt, dass die Mannschaft noch das Champions-League-Aus in den Köpfen und Beinen hatte.
Frage: Welche Auswirkungen hat die Pleite auf Ihre persönliche Zukunft bei Schalke, wo Sie bis 2009 unter Vertrag stehen?
Slomka: Das 1:5 ist sicherlich Wasser auf die Mühlen derer, die mich nicht mehr als Trainer von Schalke 04 sehen wollen.
Frage: Erwarten Sie, dass die Diskussionen um Ihre Person nach diesen Spiel weiter zunehmen werden?
Slomka: Die Diskussionen beschränken sich ja auf gewisse Gruppierungen, die etwas gegen mich haben. Wenn man die Fakten betrachtet, waren wir vor diesem Spieltag Zweiter in der Liga und bis letzte Woche unter den besten acht in Europa - und trotzdem wurde ständig über mich diskutiert.
Frage: Können Sie die Vorwürfe konkretisieren?
Slomka: Sie wissen doch besser als ich, wo das herkommt. Die Medien denken sich so was ja auch nicht aus, sondern geben das wieder, was irgendwo gesagt wurde.
Frage: Wie wollen Sie auf Ihre Kritiker reagieren?
Slomka: Ich habe keine Lust mehr, mich zu verteidigen. Entweder man sieht die Qualität, die ich als Trainer habe oder auch nicht. Ich stelle mich nicht jede Woche hin und lasse über meine Person diskutieren. Ich will mit der Mannschaft wieder einen Platz in der Champions League erkämpfen - nur das ist wichtig.
Frage: Die Sache ist nur, ob man Ihnen von Vereinsseite die Zeit dafür geben wird. Manager Andreas Müller sagte nach dem Spiel: "Jetzt ist Mirko Slomka Trainer, dann sehen wir weiter." Ein klares Bekenntnis, mit Ihnen über die Saison hinaus arbeiten zu wollen, ist das nicht.
Slomka: Damit kann ich mich nicht ständig beschäftigen, sonst würde ich kaputtgehen.
Frage: Ist es für Sie denkbar, von sich aus aufzugeben?
Slomka: Aktuell nicht.
Interview: sid und dpa
