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23.07.2008 - HTV muss Steuern nachzahlen

23.07.2008, Abendblatt
Tierschutzverein muss Steuerschuld zahlen

Der Hamburger Tierschutzverein (HTV) muss an das Finanzamt Steuern nachzahlen. Das hat die Vorsitzende Gabriele Waniorek-Goerke gestern eingeräumt. Wie hoch die Nachforderungen sein werden, ist bislang nicht bekannt: "Der Verein ist aber in seiner Existenzfähigkeit nicht bedroht", so Waniorek-Goerke.

Die Nachzahlungen stehen im Zusammenhang mit der Betriebsprüfung beim HTV, die das Finanzamt Hamburg-Nord im Zuge der "Poggendorf-Affäre" seit September 2007 für den Zeitraum von 2002 bis 2006 vornimmt.

Nach Abendblatt-Informationen kommt das Finanzamt alleine in 17 Prüfberichten zu der Erkenntnis, dass die Gemeinnützigkeit für die Jahre 2004 bis 2006 aberkannt werden müsse:

"Das könnte teuer werden. Denn unter Umständen müssen Steuern für Erbschaften und Spenden nachgezahlt werden, die der Verein in den vergangenen Jahren erhalten hat", sagt Marcel Schweitzer, Pressesprecher des Bundes der Steuerzahler Hamburg.

Waniorek-Goerke sieht das anders: "Der Verein muss die im Prüfungszeitraum erhaltenen Erbschaften nicht nachversteuern. Die Gemeinnützigkeit für 2007 und die Folgejahre wird in jedem Falle erhalten bleiben."

Auch die steuerliche Abzugsfähigkeit von in der Vergangenheit gemachten Spenden sei nicht gefährdet. Welche Einnahmen der HTV von 2004 bis 2006 durch Erbschaften und Spenden hatte, wollte Waniorek-Goerke nicht sagen. Es dürfte sich aber mindestens um einen hohen sechsstelligen Betrag handeln.

Wie berichtet, befindet sich der Verein seit mehr als einem Jahr in einer großen Krise: Gegen Wolfgang Poggendorf hat die Staatsanwaltschaft Klage erhoben.

Dem ehemaligen HTV-Vorsitzenden wird Untreue vorgeworfen. Der neue Vorstand amtiert seit Mai und versucht nun das Vertrauen der rund 6000 Mitglieder in den Tierschutz zurückzugewinnen.

ug