30.09.2008 - So verprasste Poggendorf die Spenden
30.09.2008, MOPO
TIERSCHUTZVEREIN
So verprasste Wolfgang Poggendorf die Spenden
Für Günstlinge gab's edle Füller / Verein muss 260000 Euro nachzahlen
STEPHANIE LAMPRECHT
Der Hamburger Tierschutzverein muss 230000 Euro Steuern nachzahlen, weil die Finanzverwaltung dem Verein für die Jahre 2004 bis 2006 die Gemeinnützigkeit entzogen hat. Zusätzlich müssen 30000 Euro Lohnsteuer nachgezahlt werden.
Die Zahlen gab die neue Vereinsvorsitzende Gabriele Waniorek-Goerke gestern bekannt. Die Finanzverwaltung rügte die Vergeudung von Spenden für "tierschutzfremde Zwecke".
Beispiel: Zwischen 2004 und 2006 beschenkte der unter Untreueverdacht stehende Ex-Vereinschef Wolfgang Poggendorf alljährlich 90 Günstlinge mit edlen Montblanc-Schreibern, jeweils im Wert von 200 Euro. Summe in drei Jahren: 54000 Euro.
Immerhin soll Poggendorf rund 150000 Euro, die er aus dem Vereinsvermögen abgezweigt hatte, inzwischen zurückgegeben haben. Um derlei Selbstbedienung in Zukunft unmöglich zu machen, hat der neue Vorstand einen "Pakt für einen sauberen Tierschutzverein" mit verbindlichen Verhaltensregeln beschlossen.
