Hundeleben 2006
Das Hundegesetz ist beschlossen, es ist in Kraft getreten, die Übergangsfrist bis zum generellen Leinenzwang läuft am 31.12.2006 ab.
Aus systemanalytischer Sicht läuft jetzt die Analysephase, ob die Anzahl Beißunfälle sich nach der Einführung des Hundegesetzes tatsächlich gesenkt hat und die Sicherheit des Bürgers vor Hundeunfällen gestiegen ist.
Desweiteren stellt sich die Frage, ob die vom Tierschutzbeirat in Hamburg geforderten 200 Freilaufflächen, die es ermöglichen sollen, den Hund weiterhin artgerecht in Hamburg zu halten, von den Bezirken bereitgestellt worden sind.
Anhand der Medienberichterstattung wird die Frage gestellt, ob eine rassespezifische Gefährlichkeit von Hunden in den Zeitungsartikeln zum Ausdruck kommt, oder ob es tendenziell so erscheint, dass nur individuelle Gefährlichkeiten festzustellen und zu verfolgen sind.
Eine weiterere Frage, die geklärt werden muss ist, ob sich das Hundekotproblem in Hamburg verbessert hat.
Die nächste systemische Frage lautet: "Wird Willkür und Schikane durch autokratische Menschen in den verschiedenen gesellschaftlichen Positionen und seitens der Bevölkerung auf "Bürger mit Hund" tatsächlich ausgeübt?"
Weitere systemische Fragen:
Sinkt die Anzahl der Hunde in Hamburg mittelfristig tatsächlich?
Werden mehr Hunde in Tierheimen abgegeben?
Folgen die "Bürger mit Hund" dem Gesetz? Hat der überwiegende Teil der Hundebesitzer einen Hundeführerschein gemacht?
Wie hat sich die Berichterstattung entwickelt? Werden weiterhin von autokratisch gesinnten Menschen Lug- und Trugbilder von der "Bestie Hund" kampagnenartig verbreitet?
Wird tatsächlich, wie von der Hundelobby e.V. angekündigt, gegen das Hundegesetz 2006 geklagt und wie schätzen Rechtsexperten die Erfolgschancen ein?
Werden tatsächlich die Freiheitsrechte der "Bürger mit Hund" eingeschränkt, indem sie z.B. mit ihrem Hund nicht mehr auf die Liegewiesen dieser Stadt dürfen? Werden sie tatsächlich vom Bezirklichen Ordnungsdienst für solche "Vergehen" mit Bußgeldbescheiden bestraft?
Stehen die Kosten, die allen Bürgern dieser Stadt in Rechnung gestellt werden, in einem gesunden Verhältnis zur erhöhten Sicherheit für die Bürger oder sind die Kosten jedes Jahr erneut fällig und das Hundeunfallproblem konnte auf dem beschrittenen Weg gar nicht gelöst werden?
Werden die Gerichte tatsächlich mehr durch Widerspruchsverfahren wegen der Bußgeldbescheide von "Bürgern mit Hund" belastet?
Was passiert ab 1.1.2007, wenn der generelle Leinenzwang für "Bürger mit Hund" in Hamburg gilt, tatsächlich?
Hat sich das Hamburger Hundegesetz 2006 als "Arbeitsanweisung" für verantwortliche Mitarbeiter in den Behörden bewährt? Wissen diese Menschen, was sie in welchem Fall genau zu tun haben?
Wie verhalten sich Hundetrainer, die sich als lizensierte Hundeführerscheinprüfer bei der Behörde für Wissenschaft und Gesundheit eingetragen haben und die dadurch ein Gesetz unterstützen, welches "Hundeunwissen und Hundeunrecht" beinhaltet?
Werden die 15 Hunde, die aufgrund eines unwissenschaftlichen HTV-Wesenstests zum Tode verurteilt wurden, tatsächlich getötet und wer tötet diese Hunde "ohne vernünftigen Grund?"
Sind die Freilaufflächen, die bis jetzt aufgeführt sind, inzwischen so gekennzeichnet, dass ein Mitarbeiter der kontrollierenden Behörden und ein "Bürger mit Hund" eindeutig erkennen können, wo die Freilauffläche beginnt und wo sie endet? Kann der Bürger, allgemein gefragt, jetzt wissen, wann er sich ins Unrecht setzt?
Das sind alles Fragen, die auch autodidaktische Journalisten brennend geklärt wissen wollen, wenn sie denn dürfen!
Ich habe sehr gelacht, als zufälligerweise in der WELT kurz nach Verfassens dieses Textes folgender Artikel erschien:
Erfahrungen mit dem NRW-Hundegesetz
Ich wusste allerdings nicht mehr, ob ich jetzt lachen oder weinen sollte, als ich folgenden Artikel las:
Hundegesetzesentwurf in Sachsen-Anhalt
So ein Gesetzesentwurf wird von den Menschen entworfen, die wissen, wie es in NRW gelaufen ist und vor allem, die wissen, wie das Gericht geurteilt hat:
Gerichtsurteil in Sachsen-Anhalt
Hamburgs Politiker schicken ein Grußwort zu den Politikern in Sachsen-Anhalt!
Viele entrüstete Bürger fragen häufig in Leserbriefen an die Presse: "Für wie dumm halten uns eigentlich die Politiker?"
Die systemische Antwort lautet: "Ein Mensch kann einen anderen Menschen nur für so intelligent halten, wie es seinem eigenen Intelligenzgrad entspricht!"
Kaum ein Thema hat Hamburger Bürger lt. Aussagen der Medien mehr zu Reaktionen motiviert, als die Frage, wie man den Bedürfnissen des Gesellschaftsmitglieds "Hund" auf der einen Seite und dem Gesellschaftsmitglieds "Mensch", welches Hunde hasst oder welches extrem große Ängste vor Hunden hat, gerecht wird.
Aus systemischer Brille betrachtet, interessiert mich die Klärung der Frage, "was machen die Politiker in der Hamburger Bürgerschaft, wenn die überwiegende Anzahl der "Bürger mit Hund" einem Gesetz nicht folgen, welches sie weder mit dem klugen Sachverstand noch mit dem gesunden Menschenverstand nachvollziehen können?"
Eine weitere Klärung bedarf die Frage: "Was machen kontrollierende Behördenmitarbeiter mit einer "Arbeitsanweisung", die so unklar ist, dass sie praktisch gezwungen werden "willkürlich" zu handeln?
Denn, was heißt schon "in der Nähe von?" und was ist eine "Kindereinrichtung?"
Was autokratische Behördenmitarbeiter mit so einer unklaren "Arbeitsanweisung" machen ist schon vorhersehbar: Sie werden mit Begeisterung ihrem größten Vergnügen nachgehen: "Schikanieren!"
Aber das ist, meiner Einschätzung nach, nicht der überwiegende Anteil der Mitarbeiter in den Behörden.
Von all diesen Fragen ist die Kernfrage "Was machen Politiker, die sich aus der Gesellschaft ausgeschlossen haben, indem sie alle gesellschaftlich relevanten Gruppen und deren Wissen ausgeschlossen haben, mit Bürgern, die ein autokratisch geprägtes Gesetz nicht befolgen?"
Aus systemischer Sicht ist das der schlimmste anzunehmende Zustand einer Gesellschaft, wenn Politiker das Vertrauen der Bürger in die Politiker und den Staat verloren haben.
Das ist nach systemischen Kriterien betrachtet ein anarchistischer Zustand, wenn die einen Gesetze machen, die von denen nicht befolgt werden, in deren Leben sie so tief eingreifen.
Aus systemischer Sicht wäre die Quelle der Anarchie im Falle der Hundegesetzgebung aber nicht der "Bürger mit Hund", sondern die, die unter Ausschluss der gesellschaftlich relevanten Gruppen solche Gesetze machen.
Aber vielleicht folgen die Mehrheit aller "Bürger mit Hund" ja dem Gesetz und mindestens 20.000 "Bürger mit Hund" machen einen Hundeführerschein.
Die Mitarbeiter der Behörden scheinen dieses politische Unvermögen offensichtlich nicht mitzuspielen, denn sonst hätten sie unverzüglich begonnen, 200 Freilaufflächen auszuweisen und seien es 200 Grasstreifen zwischen zwei Hauptverkehrsstraßen!
Das politische Unvermögen aus systemischer Sicht besteht darin, dass Politiker in Hamburg eine Situation provoziert haben, dass die Bevölkerung und ihre gesellschaftlich relevanten Gruppen, als Reaktion auf diese Politik, deren Gesetze nicht mehr befolgen könnten!
Aus systemischer Sicht ist ein Autokrat ein Charaktertyp.
Er und seine Subkultur verhält sich immer autokratisch und nicht nur bezogen auf die Hundegesetzgebung.
Das Thema "Hund" ist aus Sicht der Politiker ein Nebenthema, obwohl es 5 Millionen Hunde in Deutschland gibt und diese einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor darstellen, von der wichtigen psycho-sozialen Rolle als Mitglied der menschlichen Gesellschaft ganz zu schweigen.
Da gibt es ganz andere Lebensbereiche, die die Autokraten unter den Politikern im Visier haben haben, wie z.B. das Thema "Wahlrecht in Hamburg".
Die anderen, viel wichtigeren Lebensbereiche unserer Gesellschaft, werden von den Autokraten, die das Hundegesetz 2006 mit einem autokratischen Prozess beschlossen haben, aus meiner systemischen Sicht heraus natürlich alles daran setzen, das Regelwerk, dass das Leben der Menschen hier in Hamburg steuert, ebenfalls zu autokratisieren.
Damit setzen sie sich immer weiter von den Hamburger Bürgern ab, die z.B. per Volksentscheid beschlossen haben, das Wahlrecht mehr zu demokratisieren.
Diese aus systemischer Sicht bei der Hundegesetzgebung nachgewiesene autokratische Subkultur, die sich offensichtlich in der Hamburger Bürgerschaft eingenistet hat, missbraucht für ihr undemokratisches Verhalten die Namen unserer renommierten und etablierten Parteien. Der Name der renomierten Parteien ist der demokratische Tarnmantel der Autokraten, den sie missbrauchen.
Warum wollen die Bürger ein Wahlrecht haben, bei denen die Menschen, die in der Politik tätig werden, im Vordergrund stehen, deren charakterliche Einstellung und Leistungsfähigkeit vom Wähler geprüft werden kann, und warum wollen die Autokraten in der CDU ein Wahrecht, bei dem der Wähler viel weniger weiß, wen er wirklich wählt und eine Partei die gesellschaftlich und politisch relevanten Positionen besetzen will?
Wie können parteilose Politiker christdemokratische, sozialdemokratische oder freidemokratische Werte guten Gewissens vertreten?
Kommen wir in eine politische Richtung, in der von Parteien immer mehr Parteilose eingesetzt werden?
Wie kann ich eigentlich noch eine Partei wählen, von denen ich immer weniger weiß, welche Menschen welche Werte haben?
Wenn ich z.B. ein christdemokratisches Wertebild wählen würde, bekomme ich unter Umständen einen Antichrist-Autokraten als Senator?
Solange Autokraten und ihre Netzwerke in wichtigen Positionen unserer Gesellschaft so frei walten und schalten dürfen, wie sie es seit langer Zeit tun, solange wird sich unsere Gesellschaft nicht mehr in Richtung Entwicklung und Innovation, sondern weiter in Richtung Stillstand (z.B. von Gehaltserhöhungen (Ausnahme: Manager und Politiker)) und Vernichtung (z.B. von Arbeitsplätzen und Kaufkraft) bewegen.
Mein Verdacht, den ich Anfang 2005 hatte, dass nämlich autokratische Prozesse unser Land lähmen und der Nachweis, dass dem tatsächlich so ist, ist aus systemischer Sicht jetzt abschließend für mich mit dieser Fallstudie "www.leinenlos.org - Hundeverordnung 2000 und Hundegesetz 2006" geklärt.
Ob die Menschen, die unseren Rechtsstaat repräsentieren, das genau so sehen, werden sie klären müssen.
