12.07.2008 - BILD.de: Pitbull biss Mädchen den Fuss ab - Politiker fordern härtere Strafen
Wer stoppt endlich diese Killer-Hunde? Kleine Georgina (2) zerfleischt
Pitbull biss Mädchen den Fuß ab ++ Es ist schon der 3. Fall in einer Woche! ++ Politiker fordern härtere Strafen
Von A. SIEVERT, J. MEYER, J. TOPAR, U. BRENDLIN und D. PUSKEPELEITIS
Ovelgönne – Die Pitbull-Terrier „Dolly“ und „Kaspar“ schleppten die kleine Georgina (2) 30 Meter weit, rissen ihr einen Fuß, ein Ohr ab. Mit ihren wuchtigen Kiefern zermalmten sie dem Kind den halben Hinterkopf, das halbe Gesicht. Bissen Löcher in Rücken und Unterleib.
WER STOPPT ENDLICH DIESE VERDAMMTEN KILLER-HUNDE?
Ein Pittbull-Terrier-Mischling
Pitbulls wie dieser stürzten sich auf das Kleinkind. Ein Kampfhund wurde von der Polizei erschossen, der andere eingeschläfert
Gestern berichtete BILD über die kleine Georgina aus Ovelgönne (Niedersachsen), die im Garten ihrer Patentante Marion O. (36) von dem Pitbull-Paar attackiert worden war. Nun mussten die Ärzte ihren Eltern die traurige Nachricht überbringen: Ihre Tochter wird wahrscheinlich nicht überleben!
Es war die dritte schlimme Beißattacke auf ein Kind in Deutschland innerhalb einer Woche!
• In Poing (Bayern) biss ein Schäferhund einem Mädchen (11) mitten ins Gesicht! Ärzte befürchten, dass die Schülerin entstellt bleibt.
• In Bad Fallingbostel (Niedersachsen) stürzte sich ein Rottweiler auf die 8-jährige Maria, riss ihr ein Stück Fleisch aus der Wange!
Unfassbar: Nur einen Tag nach der Attacke auf Georgina verletzte wieder ein Kampfhund ein kleines Mädchen. Diesmal eine Achtjährige in Wolfenbüttel.
Der freilaufende Hund fiel das Mädchen an und biss es mehrfach. Erst die 15-jährige Schwester konnte den großen Hund vertreiben. Das Opfer musste vom Kinderarzt versorgt werden.
Keine Einzelfälle! Pro Jahr werden in Deutschland zwischen 30 000 und 50 000 Hundebisse behandelt. Allein in Berlin sind im Vorjahr 66 Menschen von Kampfhunden angefallen worden.
• Jetzt fordern die ersten Politiker, dass die Halter von bissigen Kampfhunden so hart bestraft werden, als hätten sie die Opfer selbst verletzt.
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zu BILD: „Viele Halter von Kampfhunden nehmen das Risiko für die Kinder bewusst in Kauf. Deshalb sollten die Halter der Hunde mit aller Härte bestraft werden, so als ob sie die Körperverletzungen selbst den Kindern zugefügt hätten.“
CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach: „Dieser grauenhafte Vorfall zeigt wieder einmal, dass das Problem oft genug am anderen Ende der Leine ist. Die besten Vorschriften nützen nichts, wenn die Hundebesitzer sie nicht einhalten.“
FDP-Fraktionsvize Rainer Brüderle: „Ich appelliere an die Ordnungsämter: Guckt den Kampfhunden aufs Maul, dass die den Maulkorb auch tragen.“
CSU-Familienexperte Johannes Singhammer: „In Bayern haben wir sehr strenge Regeln, die auf die Gefährlichkeit der Hunde abgestimmt ist. Ich empfehle allen Ländern, diese Regeln zu übernehmen.“
Georg Ehrmann, Vorsitzender der Deutschen Kinderhilfe aus Berlin, fordert: „Es muss endlich in allen Bundesländern Rasse-Listen geben, die alle gefährlichen Hunde aufführen. Dadurch können für diese Tiere Maulkorb- und Leinenzwang angeordnet werden.“
Killerhunde verbieten?
Georginas Eltern und ihre zwei Schwestern (1 und 11) stehen unter Schock. Mutter Petra T. (43): „Ich will meine Kleine wiederhaben. So, wie sie war ...“
Nach diesem furchtbaren Vorfall stellt sich erneut die Frage nach einem Verbot der Killerhunde. Diskutieren Sie mit!
