28.06.2008 - Dritte Hundeattacke auf Kinder binnen weniger Tage
28.06.2008, MOPO
Dritte Hundeattacke auf Kinder binnen weniger Tage
Wolfenbüttel - Im niedersächsischen Wolfenbüttel ist ein achtjähriges Mädchen von einer Dogge angegriffen und verletzt worden. Das Kind sei am Freitag von dem freilaufenden Hund mehrfach gebissen worden, teilte die Polizei mit.
Erst die 15-jährige Schwester des Mädchens konnte das große Tier vertreiben. Das Mädchen konnte nach einer Behandlung durch einen Kinderarzt wieder nach Hause. Der Besitzer des Hundes konnte bislang nicht ermittelt werden.
Die Attacke war bereits die dritte binnen weniger Tage in Niedersachsen. In Ovelgönne verletzte am Donnerstag ein Pitbull ein zweijähriges Mädchen schwer. Das Kind war mit seiner Mutter zu Besuch bei seiner Patentante, als deren Hund plötzlich das Kind angriff. Die Zweijährige liege nach wie vor auf der Intensivstation, sagte ein Polizeisprecherin am Samstag. Wenige Tage zuvor hatte ein Rottweiler in Bad Fallingbostel eine Achtjährige angefallen, als sie in Begleitung ihrer Mutter an einem Bauernhof vorbeikam. Das Kind erlitt tiefe Bisswunden im Gesicht und an den Armen.
Nach den Hunde-Angriffen haben Politiker schärfere Kontrollen und härtere Strafen gefordert. «Viele Halter von Kampfhunden nehmen das Risiko für Kinder bewusst in Kauf. Deshalb sollten die Halter der Hunde mit aller Härte bestraft werden, so als ob sie die Körperverletzungen selbst den Kindern zugefügt hätten», sagte SPD- Gesundheitsexperte Karl Lauterbach in der «Bild»-Zeitung (Samstag). Der Vorsitzende der Deutschen Kinderhilfe aus Berlin, Georg Ehrmann, fordert bundesweit geltende Rasselisten, die alle gefährlichen Hunde aufführen. Dadurch könnten für diese Tiere Maulkorb- und Leinenzwang angeordnet werden.
