05.06.2007, Abendblatt
Abgelehnt Ärger um Bordercollie-Mix
Friedo aus dem Tierheim darf nicht zu Familie Gaekel
Henstedt-Ulzburgerin hatte den Hund beim Gassi gehen einen Moment frei laufen lassen - für die Tierpfleger ein Grund, Friedo an andere Interessenten abzugeben.
Von Frank Knittermeier
Henstedt-Ulzburg - Friedo ist ein freundlicher Hund. Recht temperamentvoll, aber verspielt und zutraulich.
Sieghard und Heike Gaekel hatten den Bordercollie-Mix als "Fundtier" der Woche in der Norderstedter Zeitung gesehen.
Weil ihr eigener Hund nach neun Jahren eingeschläfert werden musste, entschieden sie: "Diesen Hund wollen wir haben."
Im Tierheim Henstedt-Ulzburg nahm Heike Gaekel Kontakt zu Friedo auf, ging mit ihm Gassi und freundete sich mit dem viereinhalb Jahre alten Rüden an.
Bekommen hat Familie Gaekel das Tier allerdings nicht: Heike Gaekel hatte den Hund einen Moment frei laufen lassen - für die Tierpfleger ein Grund, Friedo an andere Interessenten abzugeben.
Heike Gaekel (63) versteht die Welt nicht mehr - sie fühlt sich von den Mitarbeitern des Tierheimes am Kirchweg völlig missverstanden.
Die ehemalige Realschullehrerin hatte Friedo auf das Gelände des benachbarten Rodelberges geführt, nachdem sie über einige Zeit jeden Tag etwa zwei Stunden mit dem Hund spazieren gegangen war.
Auf dem eingezäunten Gelände wollte sie ausprobieren, wie der Hund spielt. "Ich habe ihn ganz kurz von der Leine gelassen, der Hund lag im Gras neben mir."
Das war ein Fehler: Mitarbeiter des Tierheimes beobachten Frau Gaekel und nahmen ihr den Hund weg.
"Wie ein Schulmädchen wurde ich behandelt", empört sie sich über das Verhalten eines Angestellten des Tierschutzvereins Westerwohld.
Auch als sie einen Tag später mit einer Freundin in das Tierheim kam, wollte man ihr den Hund nicht mehr geben. Es sei beschlossen worden, dass sie nicht geeignet sei, einen Hund zu halten, sei ihr mitgeteilt worden.
Sieghard Gaekel ist fassungslos, zumal er und seine Frau Erfahrungen mit Hunden haben. "Jeder kann mal einen Fehler machen."
Oliver Schwarz, Vorsitzender des Tierheims Henstedt-Ulzburg, sieht die Sache so: Der Bordercollie-Mix sei zwar durchaus ein netter Hund, aber groß, schwarz und von Natur aus mit einem Ansatz von Jagdtrieb ausgestattet.
"Wenn ein solcher Hund auf die Straße läuft, ist das ein Gefahrenmoment; passiert etwas, so dreht uns die Versicherung den Geldhahn zu."
Jeder Bewerber, der mit einem Tierheimhund Gassi gehen wolle, werde sofort darauf hingewiesen, das Tier nicht von der Leine zu lassen.
So sei auch bei Frau Gaekel verfahren worden. Sie habe nach seinen Kenntnissen mehrfach gegen diese Auflage verstoßen.
"Jeder Hundeführer muss seinen Hund beherrschen und dafür sorgen, dass er nicht auffällig wird.
"Wir versuchen, nach bestem Wissen Halter für unsere Hunde zu finden", so Oliver Schwarz.
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