20.10.2007 - Süderstraße - Für Hunde völlig ungeeignet

20.10.2007, Dr. Dirk Schrader
Louis, der Shar-Pei-Rüde
aus der Süderstraße

Louis lebte bei seinem Herrchen und wurde ihm von der Stadt Hamburg im Frühjahr 2007 weggenommen – er wurde beschlagnahmt. Der Grund: Jemand hatte bei der Polizei eine Anzeige gemacht und behauptet, dass Louis ein gefährlicher Hund sei.

Louis landete in dem Tierheim in der Süderstraße und verbrachte ungezählte Wochen in dem dortigen so genannten Hochsicherheitstrakt. Die Betreuer kamen mit Louis nicht klar. Sie erklärten ihn zu einer hochgefährlichen Bestie. Die Stadt Hamburg zahlte für jeden Tag, den Louis im Tierheim verbrachte, fünfzehn Euro.

Irgendwann erschien Frau M. aus Düsseldorf in der Süderstraße. Sie hatte von Louis gehört und wollte ihn zu sich nehmen. Sie mag Shar-Peis und war überzeugt, dass Louis von ihr zu sozialisieren sei.

Sie musste an den Tierschutzverein die Summe von 1037.- Euro bezahlen mit der Auflage, Louis nur mit Maulkorb und Transportkäfig abzuholen. Frau M. nahm Louis mit nach Düsseldorf und stellte fest, dass er ein völlig normaler Hund war, ein lieber knuddeliger folgsamer Rüde, der aber gut laut bellen konnte: das Shar-Pei-Bellen, was manchen Zeitgenossen bedrohlich vorkommt.

Frau M. kam mit Louis in unsere Praxis, um ihn von einem lange bestehenden Augenleiden zu befreien. Er benahm sich wie ein dem Menschen stets zugewandtes Geschöpf, voller Vertrauen und Arglosigkeit.

Louis ist ein weiterer lebender Beweis dafür, dass es Menschen in der Süderstraße 399 gibt, die für den Umgang mit Tieren völlig ungeeignet sind – angefangen mit dem dort herrschenden Noch-Vorsitzenden Poggendorf.

Unfassbar ist der Verkauf des Tieres für die oben genannte Summe, unfassbar ist die unsäglich dumme Fehleinschätzung seines Wesens. Der kalte Ungeist und die Gewinnsucht in dem Hamburger Tierschutzverein lässt mich erschaudern.

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