22.12.2007 - Poggendorf tritt zurück

Affäre Poggendorf: Das Ende
Spendenskandal: Tierheimchef tritt zurück
Staatsanwalt ermittelt wegen Untreue. Erleichterung in Hamburg.

Von Ulrich Gaßdorf

Hamburg - Wolfgang Poggendorf, Vorsitzender des Hamburger Tierschutzvereins (HTV), ist zurückgetreten. Nach Abendblatt-Informationen hat der 71-Jährige diese Entscheidung am Freitagvormittag auf einer kurzfristig einberufenen Mitarbeiterversammlung im Tierheim Süderstraße bekannt gegeben.

Dabei wurde auch der Rücktritt von Schatzmeister Manfred Elsen und der zweiten Vorsitzenden Kirsten Weckel mitgeteilt.

Offenbar ist Wolfgang Poggendorf und seinen Vorstandskollegen der Ermittlungsdruck der Hamburger Staatsanwaltschaft zu groß geworden:

Die Behörde ermittelt bereits seit Monaten gegen die jetzt zurückgetretenen Vorstandsmitglieder in mehreren Fällen wegen des Verdachts der Untreue.

Hamburger Politiker reagierten mit Erleichterung auf den Rücktritt.

Michael Fuchs (58), tierpolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion, sagte:

"Herr Poggendorf hat dem Tierschutz in Hamburg einen immensen Schaden zugefügt. Er hätte bereits viel früher zurücktreten müssen. Die Vorwürfe gegen Herrn Poggendorf und seine Vorstandskollegen müssen jetzt dringend rückhaltslos aufgeklärt werden."

Der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Andreas Dressel (32) meinte: "Dieser Schritt war mehr als überfällig. Es muss jetzt schnell einen echten Neuanfang beim HTV geben, damit weiterer Schaden vom Tierschutz abgewendet wird."

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Burkhardt Müller-Sönksen sagte: "Diese Entscheidung lässt die Tierfreunde aufatmen. Es bleibt zu hoffen, dass die Menschen nun wieder bereit sind, die wichtige Arbeit des HTV mit Spenden zu unterstützen."

Das Amt der HTV-Vorsitzenden wird nach Abendblatt-Informationen zunächst Karin Klinkradt übernehmen. Sie gehört schon seit Jahren dem Vorstand des Tierschutzvereins an. Auf Abendblatt-Anfrage wollten weder Wolfgang Poggendorf noch sein Anwalt Otmar Kury eine Stellungnahme abgeben. Auch die neue HTV-Chefin Klinkradt war nicht erreichbar.

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