23.11.2007 - Freiheit und Demokratie kann man essen

Freiheit und Demokratie kann man essen

Nur, wenn die Korruption inzwischen auch in den staatstragenden und staatskontrollierenden Gruppen soweit vorangeschritten ist, funktioniert es eben nicht mehr, das freie, demokratische Spiel des gesellschaftlichen Lebens.

Warum ist das freie und demokratische Spiel des gesellschaftlichen Lebens so wichtig?

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23.11.2007, WELT
Kolumne
Freiheit kann man essen

Was müssen wir tun, um zukunftsfähig und nachhaltig zu leben?

Egal, wo wir diese Frage stellen, die Antworten sind meistens sehr ähnlich: Kohlendioxid reduzieren, Energie sparen, Müll recyceln und viele andere Schritte werden aufgeführt, die alle mit Sparen, Reduzieren, Beschränken und Begrenzen zu tun haben.

Ein Wert wird so gut wie nie genannt: Freiheit.

Freiheit wird von den meisten Menschen zwar geschätzt, aber nicht in Zusammenhang mit Umwelt und Armut gebracht.

Früher hörte man häufig den Spruch: Freiheit kann man nicht essen.
Das sollte heißen, sie sei ein Luxus für die Wohlhabenden in Europa und Nordamerika.

Der Rest der Welt habe andere Sorgen.

Das widerlegte Amartya Sen, der 1998 dafür den Ökonomie-Nobelpreis erhielt.

Ihm verdanken wir die Erkenntnis, dass man Freiheit durchaus "essen" kann.
Denn er machte publik, dass es in Ländern mit demokratischer Verfassung und freier Presse noch nie zu Hungersnöten gekommen ist.

Wo Freiheit herrscht, werden Regierungen von der Bevölkerung gezwungen, im Falle von Dürren oder Missernten frühzeitig zu reagieren.

Heute wundert man sich, dass vor Sen niemand darauf gekommen ist, diesen Zusammenhang einmal zu beleuchten.

Freiheit ist kein Luxus, sondern existenziell.

Sie bewirkt mehr Gutes als alles Sparen, Reduzieren, Beschränken und Begrenzen.

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