18.03.2008, Abendblatt
Ahrensburgs Tierschützer in Not
Spendenrückgang Nur noch 38 300 Euro statt 63 000 wie im Jahr zuvor
Skandal um Hamburger Verein führt offenbar dazu, dass die Menschen weniger freigiebig sind.
Von Cornelia Büddig
Großhansdorf - Der Tierschutzverein Ahrensburg-Großhansdorf hat unter den monatelangen Skandalen um andere Vereine zu leiden - wie zuletzt beim Hamburger Verein und um den Verein Bürger gegen Tierversuche.
"Die Spenden sind stark rückläufig", bedauert Sprecherin Monika Ehlers (61). Der Rückgang für 2007: Der Verein erhielt 38 300 Euro. 2006 waren es noch 63 000 Euro, und 2005 gingen sogar 68 500 Euro ein. Das Tierheim muss jetzt dringende Investitionen aufschieben.
"Vielen Menschen ist offenbar gar nicht klar, dass alle Tierschutzorganisation eigenständig sind und auch eigenständig handeln", vermutet Monika Ehlers.
Deshalb möchte sie für ihren Tierschutzverein (409 Mitglieder) klarstellen: "Unser Vorstand arbeitet ehrenamtlich und ohne jede Vergütung." Und weiter: "Jegliche Spenden, einschließlich der testamentarischen Vermächtnisse, kommen ausschließlich unserer Arbeit und somit den Tieren zugute."
In dem Tierheim am Waldreiterweg in Großhansdorf sind derzeit 27 herrenlose Tiere untergebracht - zwölf Katzen, elf Hunde, zwei Kaninchen, ein Meerschweinchen und ein Nymphensittich.
Ihre Versorgung ist trotz des dramatischen Spendenrückgangs sichergestellt. Der Verein hat feste Einnahmen durch die Mitgliedsbeiträge und durch die sogenannte Fundtiervergütung.
Das sind Beiträge, die Großhansdorf und andere Gemeinden im Einzugsgebiet bezahlen, und zwar 20 Cent pro Einwohner. "Mit dem Geld finanzieren wir die Gehälter für unsere drei angestellten Tierpfleger", erklärt Monika Ehlers.
Auch für das Futter reicht das Budget, zumal hier oft Sachspenden hinzukommen. Zusätzliche Ausgaben können bei dem gegenwärtigen Spendenaufkommen allerdings nicht mehr bestritten werden, obwohl es im Tierheim wirklich genug zu tun gäbe.
Das Gebäude, in dem verwaiste Hunde wie die Mischlinge Tina (3) und Bello (9) untergebracht sind, stammt noch aus der Gründungszeit des Tierschutzvereins. Es wurde 1969 eingeweiht.
"Das Dach und die Zwinger müssten dringend erneuert werden", sagt Monika Ehlers. Doch wegen der schlechten Finanzlage ist dieses Projekt erst einmal verschoben.
Der Parkplatz am Tierheim und der Weg zu dem Gelände versinken im Winter im Schlamm. Der Verein hatte sich daher vorgenommen, diesen Bereich zu pflastern. Aber auch dafür fehlt das Geld. "Dabei wäre das so wichtig", betont die Sprecherin.
Um aus der unverschuldeten Misere herauszukommen, wirbt der Tierschutzverein Ahrensburg-Großhansdorf neuerdings verstärkt in eigener Sache.
Dabei geht es auch um Transparenz. Monika Ehlers verweist darauf, dass der Verein die Verwendung der Spenden regelmäßig nachweist. "Dazu wird eine Bilanz in unser öffentlichen Jahreshauptversammlung vorgestellt", sagt die Tierschützerin.
Mit einem Gütesiegel kann der Verein hingegen nicht aufwarten - aus einem einfachen Grund. "Die werden nur für Organisationen vergeben, die Menschen helfen. Für Tierschutzvereine gibt es so etwas leider nicht", erklärt Monika Ehlers.
Angesichts der gesunkenen Einnahmen sind Spenden beim Tierschutzverein Ahrensburg-Großhansdorf nötiger als je zuvor. Der Verein hat sein Spendenkonto mit der Nummer 90 003 139 bei der Sparkasse Holstein (Bankleitzahl 213 522 40).
copyright © 2004 www.leinenlos.org Samstag, 17.Mai 2008