29.03.2008 - Stasi-Sex

29.03.2008, BILD
Stasi-Sex
So legten Mielkes Huren die Wessis aufs Kreuz
Von H. KASCHA

Genossin Sex im harten Körper-Einsatz gegen den kapitalistischen Feind!

Ein Hotelzimmer in Leipzig Mitte der 80er-Jahre. Ein westdeutscher Geschäftsmann in zärtlicher Zweisamkeit mit einer Blondine. Sie berühren, entkleiden, lieben sich. Messe-Lust, aufgenommen von einer versteckten Kamera der Stasi.

„Sex and the City“ heißt der zweite Teil einer TV-Dokumentation am kommenden Dienstag (22.05 Uhr, MDR). Prostituierte und Stripperinnen erzählen, wie sie während der Leipziger Messe mit Sex ein Vermögen verdienten.

Claudia war damals 15 Jahre alt. Vormittags liebes Mädchen, abends Liebesmädchen.

„Nach der Schule legte ich mich zwei Stunden hin. Dann schminkte ich mich älter und zog los.“

Ihre Freier traf sie in der Nachtbar „Schorschl“ in Connewitz oder in der 17. Etage des damaligen Hotels „Merkur“. „Es gab für eine Stunde Sex 300 Westmark. Für eine ganze Nacht legten die Geschäftsleute schon mal 1000 Mark hin.“

Die Stasi war immer dabei. Günther Bohnsack, Ex-Oberst in der Hauptverwaltung Aufklärung (HVA): „Mielke kommandierte alles, was Arme und Beine hatte, zur Messe nach Leipzig.“

Er spricht von einigen Hundert Prostituierten, die aus der ganzen DDR kamen, der Stasi Informationen lieferten. Dafür kassierten manche noch mal 300 DDR-Mark Spitzelhonorar.

Ein Vermögen machten während der Messe auch Stripperinnen. Heidi Wittwer (49), die heute in Großpösna (Sachsen) eine Erotik-Tanz-Schule betreibt: „Ich hatte in einer Woche 59 Auftritte und hab mir damit einen Wartburg verdient.“

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