03.04.2008, WELT
Poggendorf-Vertraute wollen Ämter im Tierschutzverein
Der Hamburger Tierschutzverein kommt nicht zur Ruhe.
Der Rechtsanwalt Friedrich Engelke kritisiert, dass nach seinen Recherchen gleich sieben Kandidaten, die sich für eines der Ämter bewerben, mit dem in der Kritik stehenden ehemaligen Vorsitzenden Wolfgang Poggendorf in Beziehung stehen.
Poggendorf hatte die schwere Krise des Vereins ausgelöst, weil er im Verdacht der Untreue steht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
So soll er nicht nur zu verbilligten Konditionen eine Privatwohnung vom Verein auf Sylt gekauft haben, sondern möglicherweise auch Gelder aus einer Spende und einer Erbschaft auf eigene Konten überwiesen haben.
Die Staatsanwaltschaft pfändete 179 000 Euro. Die Vorwürfe von Engelke werfen ein weiteres bizarres Licht auf das "System Poggendorf". So sollen die sieben Personen "mit dem früheren Vorstand um Wolfgang Poggendorf eng verbunden gewesen" sein.
Sollten diese Personen neue Vorstandspositionen übernehmen, dürfte die Verfolgung der rechtswidrigen Handlungen des früheren ersten Vorsitzenden "außerordentlich schwierig werden". Engelke fürchtet, dass die Aufarbeitung der Vergangenheit damit ausgeschlossen ist - und sich der Ansehensverlust des Vereins fortsetzt.
Derzeit steht die Gemeinnützigkeit des Tierschutzvereins auf dem Spiel, seit sechs Monaten, so Engelke, werden Steuerprüfungen durch die Finanzverwaltung durchgeführt. DW
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