14.04.2008, ndr.de
Austrittswelle beim Hamburger Tierschutzverein
Der Hamburger Tierschutzverein wird ein dreiviertel Jahr nach Beginn der Affäre um Ex-Chef Wolfgang Poggendorf von einer Austrittswelle überrollt. Wie NDR 90,3 berichtete, verließen seit Januar rund 450 Tierfreunde den krisengeschüttelten Verein.
An der Wahl eines neuen Vorstands, zu der am Sonnabend eine Diskussionsveranstaltung stattfand, dürfen dem Bericht zufolge rund 6.000 Mitglieder teilnehmen. Zur Wahl stellten sich dabei auch mehrere Kandidaten, die der früheren Führungsriege um Poggendorf zugerechnet würden. 170.000 Euro für Pressearbeit?
Gegen Poggendorf ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Untreueverdachts. Nach Recherchen von NDR 90,3 kassierte mindestens einer der Kandidaten für den neuen Vorstand - nämlich der Historiker Jan Heitmann - in den vergangenen Jahren größere Summen vom Tierschutzverein. Unter anderem für Pressearbeit habe Heitmann dem Verein seit 2002 offenbar knapp 170.000 Euro in Rechnung gestellt. Allein in den beiden vergangenen Jahren soll er mehr als 75.000 Euro bekommen haben. Tierschutzbund-Chef fordert Rückkehr zur Sacharbeit
Bei der Wahlversammlung im Bürgerhaus Wilhelmsburg forderte der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, NDR 90,3 zufolge eine schnelle Rückkehr zur Sacharbeit. Vor knapp 200 Teilnehmern kritisierte Apel die Kandidatur von früheren Vorstandsmitgliedern unter Poggendorf.
copyright © 2004 www.leinenlos.org Donnerstag, 24.Juli 2008