23.04.2008, SPIEGEL ONLINE
KRISEN-KAMERAHERSTELLER
Pöbelnder Chef treibt Leica wieder in die roten Zahlen
Von Anne Preissner und Ursula Schwarzer
Nur 15 Monate war Steven K. Lee Leica-Chef - doch in dieser Zeit schaffte er es, den Kamerahersteller erneut in die Krise zu treiben.
Lee benahm sich, wie man es eigentlich nur von Managern aus schlechtem Filmen kennt. Er pöbelte Mitarbeiter an und vergraulte Händler und Zulieferer.
Hamburg - Die Erholungsphase bei der hessischen Leica Camera AG Chart zeigen war kurz: Für das laufende Geschäftsjahr rechnen Insider nach Informationen von "manager magazin" mit deutlich roten Zahlen.
Schon für das am 31. März zu Ende gegangene Geschäftsjahr wird das Unternehmen einen nur leicht gestiegenen Umsatz von rund 170 Millionen Euro und lediglich einen schmalen Gewinn ausweisen.
Im ersten Halbjahr 2007/2008 hatte das in Wetzlar ansässige Unternehmen noch ein Ergebnis von 6,5 Millionen Euro verzeichnet.
Leica-Kamera: Ex-Chef Lee beschimpfte seine Untergebenen als "disabled farmers"
Die schlechte wirtschaftliche Entwicklung ist die Folge des Missmanagements von Ex-Leica-Chef Steven K. Lee (mehr...).
Der chinesischstämmige Amerikaner hat Mitarbeiter demotiviert, Händler vergrault, Zulieferer verärgert und Kunden verunsichert. Unter anderem beschimpfte er seine Untergebenen mit Verbalinjurien wie "fucking people" und "disabled farmers".
Fachhändler ließ Lee wissen, dass er künftig ohne sie auskommen wolle.
Am 19. Februar wurde Lee nach 15-monatiger Amtszeit als Vorstandsvorsitzender mit sofortiger Wirkung von seinem Amt abberufen.
Die Nachfolge trat Leica-Mehrheitseigentümer Andreas Kaufmann an.
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