21.06.2008 - Raffke-Skandal: Jetzt redet Runde

21.06.2008, MOPO
Jetzt redet Runde

RAFFKE-SKANDAL

"Bürger gegen Tierversuch" Vereinschefin bestätigt dubiose Zahlungen / "Einige Beiträge" will sie zurückzahlen

FRANK WIEDING

Der Raffke-Skandal beim Verein "Bürger gegen Tierversuche" - jetzt meldet sich die Nochvorsitzende Simone Runde (65), gegen die die Staatsanwaltschaft ermittelt, zu Wort.

In einer dreiseitigen Erklärung nimmt Runde zu den schweren Vorwürfen Stellung - rechtfertigt, dass sie ab 1989 eine "Gehaltszahlung" und 2006 einen "Abfindung" von 36000 Euro (!) erhalten hat. Nach MOPO-Informationen hat Runde monatlich bis zu 4500 Euro brutto aus dem Vereinsvermögen kassiert.

Rechtfertigung: Sie war für die Ziele des Vereins "praktisch rund um die Uhr" tätig. "Ich alleine habe über Jahre hinweg für die finanzielle Sicherstellung des Vereins gesorgt", begründet Runde die großen Geldzahlungen in eigener Sache.

Sogar ihre privaten Telefonrechnungen und Taxifahrten wurden aus Spendengeldern beglichen. Das Ausmaß der Gier: Rund 2900 Euro für Telefongespräche an ihrem Privatanschluss ließ Runde allein im Jahr 2007 vom Vereinskonto abbuchen (2006 waren's 1500 Euro).

Auch das bestätigt Runde und sagt, dass das "Spesengebaren" von "den Mitgliederversammlungen" abgesegnet wurde. Auch "alle Vorstandsmitglieder" waren in die Gehalts- und Spesenzahlungen "eingebunden".

Trotzdem sei Runde bereit, "einige Beträge zurückzuzahlen". Allerdings nur "im Rahmen der mir zur Verfügung stehenden persönlichen Möglichkeiten".

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